Tricktraining mit dem Hund

Tricktraining ist weit mehr als nur eine unterhaltsame Beschäftigung für Hunde. Es fördert die geistige Auslastung, stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und sorgt für viele gemeinsame Erfolgserlebnisse im Alltag.

Tricktraining ist eine wunderbare Möglichkeit, deinen Hund geistig zu beschäftigen, eure Bindung zu stärken und gemeinsam Erfolgserlebnisse zu sammeln. Dabei geht es nicht darum, möglichst spektakuläre Kunststücke zu erlernen, sondern um Spaß, Vertrauen und die gemeinsame Zeit mit deinem Vierbeiner. Vorgestellt wird das Tricktraining von Renate Hiltl, Inhaberin und Cheftrainerin der Filmtierranch sowie langjährige Kooperationspartnerin von Happy Dog. Die renommierte Tiertrainerin arbeitet seit 1979 als Filmtiertrainerin und zählt heute zu den erfahrensten und bekanntesten Expertinnen ihres Fachs. Seit 1989 leitet sie die Filmtierranch und hat zahlreiche tierische Hauptdarsteller für Film- und Fernsehproduktionen trainiert, darunter auch Hunde für die bekannte Produktion „Lassie“. Als Tierkoordinatorin begleitet sie außerdem Filmproduktionen und bildet die wichtige Schnittstelle zwischen Tiertraining und Regie. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im Tiertraining zeigt Renate Hiltl, warum Tricktraining für Hunde jeden Alters geeignet sein kann, worauf du beim Üben achten solltest und wie ihr Schritt für Schritt gemeinsam neue Tricks erlernen könnt.

Tipp: 

Kurze Trainingseinheiten sind oft erfolgreicher als lange Übungsstunden. Trainiere lieber mehrmals täglich für wenige Minuten, statt deinen Hund zu lange zu fordern. So bleibt die Konzentration erhalten und dein Vierbeiner verknüpft das Training mit positiven Erfahrungen.

Ist mein Hund zu jung oder zu alt für Tricktraining?

Viele Hundehalter fragen sich, ob es für Tricktraining ein bestimmtes Alter gibt. Die gute Nachricht: Grundsätzlich können Hunde in jedem Alter neue Tricks lernen. Bereits Welpen können spielerisch an einfache Übungen herangeführt werden. Dabei sollte das Training immer altersgerecht gestaltet werden und vor allem Spaß machen. Lange oder anspruchsvolle Einheiten sind für junge Hunde nicht geeignet. Aber auch ältere Hunde profitieren vom Tricktraining. Neue Aufgaben halten den Kopf fit, fördern die Konzentration und sorgen für gemeinsame Beschäftigung. Wichtig ist lediglich, die Übungen an die körperlichen Möglichkeiten des Hundes anzupassen. Mit der richtigen Auswahl an Tricks können Hunde bis ins hohe Alter Freude am Lernen haben.

Nicht jeder Trick passt zu jedem Hund

Auch wenn grundsätzlich jeder Hund Tricks lernen kann, bedeutet das nicht, dass jeder Hund jeden Trick ausführen sollte. Achte auf die individuellen Stärken, Vorlieben und körperlichen Voraussetzungen deines Hundes. Beobachte genau, welche Übungen deinem Hund Spaß machen und wo seine Grenzen liegen. Es bringt wenig, einen Trick trainieren zu wollen, für den dein Hund körperlich oder gesundheitlich nicht geeignet ist. Ein Beispiel ist die Rolle. Gerade bei größeren Hunden ist von diesem Trick eher abzuraten, da das Risiko einer Magendrehung erhöht sein könnte. Eine gute Alternative ist der Trick „Kopf runter“, der ebenfalls sehr niedlich aussieht und für viele Hunde besser geeignet ist. Auch das sogenannte „Männchen machen“ ist nicht für jeden Hund empfehlenswert. Besonders bei großen Hunden oder Hunden mit körperlichen Einschränkungen solltest du sorgfältig prüfen, ob die Bewegung gesundheitlich unbedenklich ist.

Der passende Einstieg

In der Videobeschreibung von Renate Hiltl, Inhaberin der Filmtierranch, findest du einige einfache Tricks, die sich besonders gut für den Einstieg eignen. Schau gemeinsam mit deinem Hund, welche Übung am besten zu euch passt. Dabei gilt: Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen. Setze dich nicht unter Druck und gib deinem Hund die Zeit, die er benötigt. Ob der erste Erfolg nach drei Tagen oder erst nach zwei Wochen sichtbar wird, spielt keine Rolle. Nicht umsonst heißt es: „Gut Ding will Weile haben“ oder „Der Weg ist das Ziel.“ Das persönliche Trainingsmotto von Renate Hiltl lautet deshalb: „Weniger ist mehr.“

Die richtige Vorbereitung

Bevor du mit dem Training startest, solltest du die Lieblingsleckerlis deines Hundes bereitlegen. Am besten eignen sich kleine Snacks, die schnell gefressen sind. So bleibt der Trainingsfluss erhalten und dein Hund kann sich direkt wieder auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Hilfreich ist außerdem ein Clicker oder ein festes Markerwort. Dieses setzt du immer dann ein, wenn dein Hund ein Verhalten zeigt, das ihn dem gewünschten Trick näherbringt. Dabei gilt: Jeder noch so kleine Fortschritt zählt. Selbst eine minimale Bewegung in die richtige Richtung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum fertigen Trick. Indem du diese Momente bestätigst, zeigst du deinem Hund genau, welches Verhalten zum Erfolg führt.

Kleine Schritte führen zum Ziel

Beim Tricktraining ist Geduld oft der Schlüssel zum Erfolg. Neue Übungen lernen Hunde am besten in kleinen, überschaubaren Etappen. Versuche daher nicht, zu viel auf einmal zu verlangen, sondern baue einen Trick Schritt für Schritt auf. Auch die Dauer der Trainingseinheiten spielt eine wichtige Rolle. An einem neuen Trick solltest du nicht länger als vier bis fünf Minuten am Stück arbeiten. Kurze, positive Einheiten halten die Motivation hoch und verhindern Überforderung. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Tag sind dabei völlig ausreichend. Nicht nur das Training selbst, sondern auch die Erholung zwischendurch trägt maßgeblich zum Lernerfolg bei. Manchmal können sogar Trainingspausen von zwei bis drei Tagen dabei helfen, dass ein zuvor schwieriger Trick plötzlich deutlich besser funktioniert. Der Grund dafür: Hunde verarbeiten und festigen neue Erfahrungen während ihrer Ruhe- und Schlafphasen. Gönne deinem Vierbeiner deshalb ausreichend Zeit zum Entspannen. Oft passiert das eigentliche Lernen nicht während des Trainings, sondern in den Stunden danach.

Fazit: Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen

Tricktraining ist weit mehr als das Erlernen lustiger Kunststücke. Es fördert die geistige Auslastung, stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und schafft viele gemeinsame Erfolgserlebnisse. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell ein Ziel zu erreichen, sondern den Weg dorthin gemeinsam zu genießen. Jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo. Mit Geduld, kleinen Trainingsschritten und viel positiver Bestärkung können aus den kleinsten Fortschritten große Erfolge werden. Nimm dir Zeit, habe Spaß am gemeinsamen Training und freue dich über jeden kleinen Entwicklungsschritt deines Vierbeiners. Denn am Ende sind es nicht die perfekt ausgeführten Tricks, die zählen, sondern die schöne Zeit, die ihr miteinander verbringt. 

In diesem Sinne wünschen wir dir und deinem Hund viel Freude beim gemeinsamen Lernen und viele unvergessliche Erfolgsmomente.

Quelle

Renate Hiltl von Renate's Film-Tier-Ranch 

filmtierranch.de

Das könnte dich auch interessieren:
Hundewissen

Kleine Hunderassen: Vor- und Nachteile

Kleine Hunderassen sind voll im Trend und haben viele Vorteile. Wir zeigen dir, welche Unterschiede es gibt und worauf du beim Kauf achten solltest.
Hundewissen

Die beliebtesten kleinen Hunderassen

Dackel, Pudel und Cavalier King Charles Spaniel zählen zu den beliebtesten kleinen Hunderassen. Zumindest was die Anzahl neugeborener Welpen im Verband für das Deutsche Hundewesen angeht.
Hundewissen

Das Wachstum von Welpen

Bei der Aufzucht deines neuen Familienmitglieds möchtest du natürlich alles richtig machen. Wir haben die wichtigsten Infos zum Wachstum deines Welpen für dich zusammengefasst.
Hundewissen

Wie viel Wolf steckt im Hund

Wer seinen Hund wie seine wilden Vorfahren ernährt, füttert an der Evolution vorbei und an den Bedürfnissen seines Haustieres.
Hundewissen

4 Elemente für einen glücklichen Hund

Hunde sind unsere besten Freunde und treuesten Begleiter. Aber sorgen wir Hundehalter optimal für unsere Hunde? Lies hier, wie du die seelische und körperliche Gesundheit deines Vierbeiners fördern kannst.
Hundewissen

Hunde im Büro

Du möchtest deinen Vierbeiner mit ins Büro nehmen? Ein Hund kann dir und deinen Kollegen den Büroalltag bereichern, dennoch es gibt Einiges dabei zu beachten.
Hundewissen

Für die Kleinen nur das Beste

Kleine Hunde haben einen besonderen Nährstoffbedarf. Denn im Gegensatz zu großen Hunderassen, benötigen sie mehr Energie und nährstoffreicheres Futter.
Hundewissen

Der perfekte Start ins Leben

Mit der bissoptimierten Herzkrokette von Happy Dog Young, die auf die Bedürfnisse deines Hundewelpen angepasst ist, gelingt der perfekte Start in ein langes Hundeleben.
Hundewissen

Schlank & fit oder übergewichtig?

Du bist dir unsicher, ob dein Hund sein Idealgewicht hat oder eventuell zu dick sein könnte? Mit dieser Methode findest du es schnell heraus.
Hundewissen

Warum fressen Hunde Gras?

Bestimmt hast du schon mal beobachtet, dass dein Hund Gras frisst. Welche Ursachen dahinter stecken können und wann Grund zur Sorge besteht, haben wir für dich recherchiert.
Hundewissen

Was verursacht Mundgeruch bei Hunden?

Welche Ursachen Mundgeruch beim Hund haben kann und hilfreiche Tipps, was dagegen hilft, findest du in unserem Magazin.
Hundewissen

Warum leckt mein Hund ständig die Pfoten?

Allergien, Parasiten, Schmerzen, Verletzungen aber auch Stress oder Langeweile können dazu führen, dass dein Hund übermäßig an seinen Pfoten leckt.